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Kurze Beschreibung der Anlage (gemischt mit ein paar Zukunftsaussichten)
  

Auf meiner H0-Anlage versuche ich einen Teil der schlesischen Gebirgsbahn im Jahre 1928 darzustellen. Natürlich sind immer nur Ausschnitte des Vorbildes möglich, mehr gibt der mir zur Verfügung stehende Raum mit den nutzbaren Abmessungen von 3 x 8 m nicht her. Von der Klassifikation ist es eine "Immer-an-der-Wand-entlang"-Anlage auf zwei Ebenen, an der ich seit 1990 baue. 1999 war die Anlage schon einmal fast fertig, der Wunsch nach mehr Vorbildtreue und viele deutlich gewordene Mängel veranlaßten dann den Umbau. Den letzten Anstoß gaben Experimente mit der norwegischen Drahtbügelkupplung und die geplante Umstellung auf RP 25.
Der Umbau begann im Oktober 2004 und er erstreckt sich auf große Teile des Unterbaus, auf die gesamte Gleisanlage und die Fahrleitung. Ebenfalls werden die Hochbauten, die Signale und die Vegetation dem Vorbild angepaßt.
Dargestellt wird nun ein Ausschnitt der schlesischen Gebirgsbahn, Zentrum ist dabei der (dem Vorbild nachempfundene) Personenbahnhof Fellhammer, die Kreuzung der Gebirgsbahn mit der Strecke Halbstadt - Nieder Salzbrunn. Von dieser eingleisigen Hauptbahn ist nur der Teil Fellhammer dargestellt, wobei der Güterbahnhof bei mir auf der Salzbrunner Seite liegt. Auf der gesamten Anlage wurden rund 150 Meter Gleis verlegt, oberirdisch hauptsächlich Pilz Elite (2,1 mm), ergänzt durch Peco (1,9 mm) und Shinohara (1,5 mm). Als Mindestradius wurden 800 mm festgelegt, im günstigsten Falle hat die Hauptstrecke Bögen mit 1250er Radien. Fast alle der 65 Weichen sind wegen der Betriebssicherheit von Pilz Elite, hier hat die kleinste (Steil-)Weiche einen 866er Radius, damit ist zumindest bei Drehgestellwagen der Einsatz von RP25 finscale (Code 88, 2,2 mm breit) möglich. Ergänzt wurden die Elite-Weichen durch Weichenroste von Günter Weller, etwa die Hälfte der Weichen sind modifiziert um größere Radien und eine schlankere Gleisführung zu erreichen, auf DKW II und EKW II wurde nur in schwierigen Fällen zurückgegriffen.

Bis auf insgesamt 12 Meter Ladegleise in den Bahnhöfen sind alle Gleise mit Fahrleitung überspannt. Zu diesem Zweck mußten etwa 160 (Sommerfeld) Maste gestellt werden, zahlreiche Querjoche und zweigleisige Ausleger (alles Eigenbau) aufgehängt werden. Insgesamt 29 Spannwerke straffen die Fahrleitung, die die drei frühen Bauarten der AEG, BEW und SSW darstellt.
Weiter sichern 40 Form- und Lichtsignale den Zugbetrieb, 38 Entkuppler erleichtern den Rangierbetrieb und unzählige Relais ermöglichen einen teilautomatischen Betrieb. Schätzungsweise 10 km Draht verschlang allein die Elektrik.

Signal- und Weichensteuerung (Fulgurexantriebe) erfolgt klassisch-analog mit 6 Gleisbildstellwerken, die Digitalsteuerung ist zur Zeit von Roco mit den Lokmäusen, wegen der Anlagengröße setze ich drei Booster ein. An 6 Steuergeräten kann ein umfangreicher Betrieb abgewickelt werden, bei Bedarf können weitere Lokmäuse angeschlossen werden. Etwa alle 50 cm befinden sich Steckbuchsen, in denen der den Zug begleitende Spieler seine Lokmaus einstöpseln kann, so ähnlich wie es beim Fremo gehandhabt wird.
Die Decoder von verschiedenen Herstellern, bevorzugt werden geregelte Decoder von Zimo und ESU. Von den noch vorhandenen Triebfahrzeugen sind zur Zeit 20 Modelle im Einsatz, in letzter Zeit kamen einige Elloks dazu, die thematisch nicht zu meiner Anlage passen, aber langfristig im Fremo eingesetzt werden sollen.

Die eingesetzten Fahrzeuge stammen von den verschiedensten Herstellern, themenbedingt ist etwa die Hälfte der Triebfahrzeuge Kleinserienmaterial. Alle Lokomotiven mußten mehr oder weniger umfangreiche Umbauten über sich ergehen lassen, nicht zuletzt der Decodereinbau macht mitunter ein grobes Herangehen nötig, auch bin ich mit Messingschildern und der Spritzpistole nicht zimperlich.
Im einzelnen sind folgende Fahrzeuge im Einsatz.

Auf der Anlage verkehren etwas über 100 Güterwagen verschiedenster Hersteller, hauptsächlich Kohle- und Kokswagen, darunter ein großer Teil Um- und Eigenbauten. Die Güterwagen werden ergänzt durch eine Reihe Reisezugwagen, die ausreichen um 3 Schnellzüge, 2 beschleunigte Personenzüge und 4 Personenzügezu bilden.  

Der hohe Anteil Elloks spiegelt zum einem meine Vorliebe für diese Traktionsart und preußische Elektrolokomotiven wieder, andererseits wurden bereits im Jahre 1924 sämtliche Reisezüge und 70% der Güterzüge elektrisch gezogen. Nach Ablieferung der E 95 wurden bis auf Ausnahmen auch alle Güterzüge auf der Gebirgsbahn elektrisch befördert, womit ein rein elektrischer Betrieb vorbildgerecht ist. Im übrigen ist die Betriebssicherheit mit Stromzuführung über die Fahrleitung erheblich besser, stockende Loks auf Weichenstraßen kenne ich praktisch nicht.



Die tatsächlich eingesetzten Fahrzeuge geben ziemlich exakt den Zustand von 1928 wieder, mit zwei Ausnahmen: Die EP 211/212 wurde 1925 ins Mitteldeutsche Netz umgesetzt, die E 91 96 wurde erst im Frühjahr 1929 ausgeliefert. Davon abgesehen habe ich versucht, die Verhältnisse bei den Elloks genau nachzuempfinden, viele Baureihen sind in mehr als einem Exemplar vorhanden, so die E 50, die E 91, die E 95.
Der Reiseverkehr auf den Nebenstrecken wird durch Triebwagen bedient, zu nennen sind hier die späteren ET 88 und ET 89.
 Die Dampfloks sind nur noch Ergänzung und entsprechend gering in ihrer Zahl. Für einige Rangieraufgaben sind Dampfloks nötig, für die Zugförderung nur noch bei "Störungen". Die Dampfloks sind korrekt mit Nummern der RBD Breslau beschriftet, wenn Vorbildinformationen vorlagen, wurde auch das Äußere der Industriemodelle an die Nummer angepaßt.

Die Errichtung der gesamten Fahrleitung wurde durch meinen früheren Beruf als Fahrleitungsmonteur bei der DR deutlich erleichtert, ergänzende Informationen lieferte die Fachlitaratur. Die Fahrleitung spiegelt das Nebeneinander verschiedener Bauarten in den zwanziger Jahren wieder, die unterschiedlichen Bauweisen sind nun vorbildgerecht angeordnet und man findet ausschließlich schlesische Bauarten der Anfangszeit.




Die Hochbauten sind weitgehend vorbildgerecht, nur der Bahnhof Jannowitz ist eine Kombination aus typischen Elementen verschiedener schlesischer Bahnhöfe. Vorbildgerecht ist die Anzahl der Gleise und die Fahrleitungsanlage, die Tageslichtsignale fand man 15 km weiter Richtung Hirschberg, das EG spiegelt den Stil preußischer Bahngebäude wieder.
Auch wenn das EG ein leicht modifiziertes "Krakow" von Auhagen ist, bin ich damit z.Zt nicht so glücklich. Weil Auhagen (neben Artitec) im Moment fast der einzige Hersteller ist, der maßstäbliche Bahnhofsgebäude anbietet, findet man diese im Grunde auf jeder Anlage, dessen Erbauer höhere Ansprüche hat.

 Natürlich kann eine Heimanlage niemals korrekt eine ganze Strecke des Vorbildes darstellen, wie immer geht es vornehmlich darum, das typische Flair des Vorbildes einzufangen und umzusetzen. Erfolg hat man immer dann, wenn ein Kenner der Materie Orte und Situationen wiedererkennt. Zum Beispiel Motive von Postkarten aus der fraglichen Zeit. Und es sollte natürlich dem Erbauer selber gefallen...