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Modul 1/62-105

Das Modul 105 war mein Sorgenkind, da es 2011 bei der Rückkehr vom Treffen einen Transportschaden erlitt. Dabei wurde die gesamte Fahrleitung zerstört. Nachdem die Versicherung bei der Schadensmeldung um die Kündigung aller meiner Versicherungen gebettelt hatte, habe ich die Masten bis auf drei ersetzen oder flicken müssen.

Das Modul ist ingesamt das mit der größten Anzahl an Hochbauten. 2016 bin ich dabei, wenigsten Drahtzaun und Bahnsteigsperre zu setzen, sowie mit dem Abortgebäude zu beginnen. Ich versuche anhand der Originalmaße den Standort des EG festzulegen. Das EG wird nur als Halbrelief ausgeführt werden können.

Und wie das Schicksal es will, bekam ich von einem Bekannten, welcher Architektur studiert hat, die Kopie aus einer Zeitschrift, welche den Bauzustand zur Eröffnung der Bahn zeigt. Ganz so wurde der Bau aber nicht ausgeführt, so ist das Abortgebäude viel breiter als in der Realität.
 

Quelle: Zeitschrift für moderne Architectur, Königsberg 1868

Zum Empfangsgebäude: Heute verputzt und in schweinchenrosa gestrichen, ist die alte Substanz aber noch weitgehend vorhanden. Das EG will ich mir aus Papier lasern lassen, da es im Original komplett aus Klinkern erbaut worden ist.
Bei Michael Liedtke findet man auch zwei Fotos aus ähnlicher Perspektive aufgenommen. Die zeigen sehr schön die Position der Bahnsteigsperre und den Verlauf des Drahtzaunes.
So stand die Bahnsteigsperre rechtsbündig vor dem linken Flügel, der Drahtzaun verlief schräg zum Hauptgebäude und endete dort rechts der linken Tür.  Dort, wo heute der Fahrdienstleiteranbau steht, waren ursprünglich mittig zwei Türen. Die linke Tür führte zum Station-Bureau,  die rechte Tür zum Materialienraum. Zu den Warteräumen 1./2. und 3./4. Klasse.ging es über die Treppe des Seitenflügels. Der Seitenflügel wurde um 1880 aufgestockt und erweitert und bekam dabei ein Obergeschoß.
Insgesamt änderte sich das Aussehen des EG mehrfach, auch der Restaurantanbau aus Holz ist aus den 90ern.
 



Der kleine Güterschuppen, erbaut aus riesigen Feldsteinen, ist heute auch verputzt und recht schäbig. Erst 2016 fiel mir auf, daß Güterschuppen und Abort in Alt-Kemnitz mit denen in Jannowitz identisch sind! So kann ich dann auf die Fotos des jeweils besser erhaltenen Gebäudes zurückgreifen.
 



Das nächste FREMO-Treffen rückt bedrohlich näher. Es wird also Zeit, sich mit dem kleinen Güterschuppen zu befassen.
Die Maße hatte ich 2011 genommen. Jetzt bei der Feinplanung wurde klar, daß ich die "straßenseitige" Wand, welche auf dem obigen Foto zu sehen ist, nicht darstellen kann. Zu wenig Platz wie beim größeren Schuppen und die Gebäudetiefe um 4 cm zu verringern (bei 14 cm Gesamttiefe) kam nicht in Frage.
Da der Schuppen von der Gleis- und Straßenseite gespiegelt gebaut wurde und ich nur eine brauchbare Rückseitenaufnahme habe, habe ich diese benutzt.
 


100%ig perfekt sind die Proportionen nicht geworden, so sind dieTorbögen ein wenig flach. Aber grundsätzlich paßt der Eindruck.
Zum Teil hatte ich Probleme, die Maße des Vorbildes mit den Eindrücken der Fotografien in Übereinstimmung zu bringen. Teilweise sieht das Gebäude komisch aus, wenn ich die abgenommenen Maße anlege.

Gebaut habe ich den Schuppen aus Polystyrolplatte mit 1 mm Stärke. Die Umrandung von Fenster und Tor ist von Modulor. Wenn ich mich recht erinnere, soll das Mauerwerk in 1:100 sein.
 


Da der Schuppen aus den Bruchsteinen des östlichen Bergdurchstichs entstand, mußte ich entsprechende Steine gravieren. Was für eine furchbare Arbeit. Mal sehen, wie das nach der Farbgebung aussieht. Eventuell müssen einzelne Steine noch  etwas abgetragen werden.
Unten noch ein genauerer Blick auf das Rundfenster- Auch hier PS mit Gravierungen.
 






Auf dem Bahnsteig stehen noch die Reste der Toilettengebäude. Auch wenn schon Jahrzehnte des Verfalls an ihnen genagt haben, riecht es immer noch ein wenig nach Cafe Achteck. Das Gebäude in Alt-Kemnitz ist deutlich besser erhalten.
 



Weiter Westlich steht ein weiteres Nebengebäude, auch nachträglich verputzt. Gut zu sehen sind die Lücken in der Lindenreihe. Hier wird auch klar, warum die fehlen. Inzwischen sind die Bäume über 100 Jahre und einfach zu groß geworden.
 



Dreht man sich nach links und blickt über die Gleise nordwärts, liegt dort der Rest der Betonrampe. Heute ist sie sehr schmal, nicht viel breiter als Fuhrwerk. War ich mir lange Zeit nicht sicher, ob sie früher breiter war oder dort rückseitig Feldbahngleise lagen und ob hier Güter für die Papierfabrik umgeschlagen wurden, weiß ich im Sommer 2012 mehr.
Die Rampe ging links in den hölzernen Güterschuppen über, nach hinten gab es eine erhöhte Sandfläche, welche mit Altschwellen und Schienenprofilen eingefaßt war. So konnten auf der Rampe Fuhrwerke wenden. Ein Teil des angeschütteten Sandes liegt heute noch da.
 


Auf der anderen Seite, westwärts geblickt, offenbart sich die heute beräumte Ladestraße. Die Rampe ist erkennbar, auch die heute noch vorhandene Breite. Das Grünzeug unmittelbar rechts neben der Betonrampe wächst auf dem Sandhügel, welcher mal die Rampenverbreiterung war.
Rechts der Weg führt im Bildhintergrund abwärts zur Unterführung, in welcher noch Feldbahngleise liegen. Wo der rote Transporter fährt, stand einst der größere Güterschuppen aus Fachwerk.
 


Ende Juni 2012 habe ich Erde verstreut, die Rampe gebaut und die Plätze für die Güterschuppen festgelegt. Die Lindenreihe ist probehalber aufgestellt.
 


Sämtliche Hochbauten in Jannowitz sind eine Herausforderung, der Fachwerkgüterschuppen der Papierfabrik ist noch eines der leichteren Gebäuse.
 


Die Seitenwände bestehen aus Polystyrol, auf einer Platte von 1 mm Stärke habe ich Streifen von 1x2 mm augeklebt, die Fächer mit Moltofil aufgefüllt.
DerSchuppen steht direkt an der Modulkante, aus eingangs genannter Erfahrung haben ich ihm keine gestaltete Rückwand gegeben sondern ein massives Brett aufgeleimt.
 


Wie genau der kleine Anbau in die Lücke zwischen Schuppen und Rampe paßte, läßt sich anhand der mir zugänglichen Materialien nicht mehr genau ermitteln. Zu sehen ist der Anbau nur auf dem bekannten Winterbild, danach habe ich ihn gestaltet.
 


Leider war der Schuppen schon zu meinem ersten Besuch 2010 in Jannowitz abgerissen. Glücklicherweise hat Michael Liedtke den Schuppen 2004 noch einmal fotografiert. Dummerweise bin ich all die Jahre nicht mitgefahren, mein Interesse an diesem Bahnhof kam erst 2008 auf.
 


Nun habe ich das Foto ewig angestarrt, es ewig nicht geschafft, den Fotografen anzurufen und dann letztlich den Schuppen hauptsächlich nach diesem Foto zu bauen. Nun mag der Betrachter urteilen, ob mir das so einigermaßen gelungen ist! ;-)
Ich bitte um Beachtung, daß die Standorte der Maste einerseits nicht nachempfunden werden können, andererseits die PKP bei der Neuelektrifizierung die preußischen Maste gepflückt und wild neu gestellt hat.
 


In diesem Zusammenhange noch ein weiters Bild aus der Bauphase. Es gibt das berühmte BBC-Foto, das die EG 551/552 in Jannowitz zeigt. Zu finden ist es bei den Zackenbahnern und bei Thomas Scherrans.
 


Diese Foto möchte ich irgendwann einmal ziemlich exakt nachstellen. Vor 2020 wird das sicher nichts, ich muß noch den zweiten Güterschuppen bauen, den Bausatz der E 90.5 montieren, die E 01 für den Hintergrund kann die E 30 darstellen. Auf dem vorher gezeigten Bild ist ungefähr die Position im Bahnhof, von der aus diese Foto dann gemacht werden kann.
 


2016 hat der Schuppen noch eine Innenbeleuchtung und vier Außenlampen erhalten. Und wenn ich das Bild mit dem von 2013 vergleich, muß ich feststellen, daß ich wohl ein paar der Fässer und Kisten verloren habe...
 


Auch hier ein Blick längs über das Modul 105. Rechts am Bahnsteig ist der Zaun gestellt worden und die Lindenreihe hat ihre endgültige Postion eingenommen. Auch habe ich schon einige Figuren plaziert und finde das gleich viel ansehnlicher. Weil ich, wie bekannt, mit den Modulen durchs Land reise, habe ich bei allen Figuren in ein Bein ein 0,5er Loch gebohrt, einen Draht eingeklebt und die Figuren damit in ein Loch im Bahnsteig eingeklebt.
In die Lücke der Baumreihe kommt das Empfangsgebäude, der Abort und ein Vorratsgebäude. Diese muß ich nochbauen, werde aber in diesem Jahr höchstens noch den Abort schaffen. Allerdings habe ich mit Pappstreifen schon einmal die Postionen der drei Gebäude festgelegt.
 



 


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