EP 211/212
Das zweite zu testende Modell war die 2B+B1 der Pr.St.E.V. Wie schon
die E 21 des gleichen Herstellers (MMM) lag die
Elektrolokomotive als Handmodell vor. Hier konnte man allerdings
von
einem weitgehend fertigen Fahrzeug sprechen, bis auf eine Reihe von
Details
entspricht die Lok der künftigen Kleinserie. Da ich in der glücklichen
Lage bin, das gleiche Modell von Westmodel zu besitzen, habe ich
natürlich beide Fahrzeuge auch verglichen.
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Die linke Seite der EP 211/212
Zustand im Oktober 2005
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Äußeres Aussehen
Schon in der Transportverpackung, macht die Doppellok
einen guten Eindruck, ein korrektes Grün (RAL 6008) mit rotbraunem
Fahrwerk (RAL 8012). Ungewohnt erschien mir die rotbraune Pufferbohle,
hier hätte ich schwarz erwartet. Ein Literaturstudium bringt aber auch
nicht die erhoffte Aufklärung, zu viele widersprüchliche Angaben lassen
schwarz und rotbraun plausibel erscheinen, hält man sich an den
"Diener", liegt die Farbgebung richtig.
Auf der Anlage unter gutem Licht fallen eine Reihe Unterschiede zur EP
211/212 von Westmodel auf. Der Trafoaufbau ist beim MMM-Modell schmaler
und in den richtigen Dimensionen gehalten, dafür sind die Hutzen über
den
Führerstandstüren der EP 212 zu riesig, die Lüfterjalousien am
Heizkesselvorbau sind schön erhaben ausgeführt, beim Westmodel(l) nur
angedeutet. Im übrigen stellte sich nun heraus, daß ich die
Abdeckbleche neben den Dachstromabnehmern bei meiner Lok falsch
aufgeklebt hatte. Ebenso fehlen an meiner Doppellok die Leitungen am
Lokkasten, die das MMM-Modell in korrekter Verlegung und Zahl mitbringt.
Ungewohnt erschien mir im Vergleich der beiden Lok das Dach der
Leipzigerin. Deutlich flacher als bei der Maschine von Westmodel,
wodurch die Lok geduckter, reptilienartiger wirkt als die eher
tonnendachige Bachmann-Lok. Langes Betrachten von Vorbildfotos bringen
mich zu der Annahme, daß die getestete E 49 näher am Vorbild liegt.
Die Griffstangen sind filigraner, ebenso die Dachleitungen, angenehm
finde ich die Milchglasausführung der Maschinenraumfenster, wenn es
keine Inneneinrichtung gibt. Die angebrachten Schilder gefallen mir
gegenüber den Schildern von Westmodel nicht so recht, Sie fallen größer
aus und sind mit glänzendem Schwarz ausgelegt.
Es fehlt die als Trittstufe die Öffnung im Gehäuse unter der
Führerstandstür der EP 212 und die gröbste Unzulänglichkeit am
Handmuster (Darauf wies mich der Hersteller extra hin) zum Schluß: Beim
Ätzen des Gehäuses gab es Probleme so daß die Niete in ihrem
Befestigungswinkel nicht richtig rauskamen und der Eindruck eines
Lochbandes entstand. Gut zu sehen beim letzten Bild; es darf davon
ausgegangen werden, daß so ein Problem in der Serienfertigung nicht
auftritt.
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Gut zu erkennen die angenehm klein ausfallenden
Rahmenausschnitte für die Laufgestelle.
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Fahrwerk und
Fahrverhalten
Auch bei der Preußin bleibt Mario Menge seinem
Antriebskonzept treu. Im Messing-U-Profil gelagertes Getriebe
einschließlich der Achsen, geätzte Rahmenblenden, alle Treibachsen
werden über Zahnräder angetrieben. Der Antrieb erfolgt über ein
Motor/Getriebe im
Handmodell, zwei Motore/ zwei Getriebe in der künftigen Serie. Gut
gefällt mir die
Lösung mit dem fest gelagerten Nachläufer. Auch beim Vorbild war dieser
Radsatz als Bisselachse im Hauptrahmen gelagert und war nur
seitenbeweglich. Das Drehgestell
ist aber tatsächlich eines, obwohl die geforderten Mindestradien das
nicht bedingen. Somit wird die Lok auch auf kleineren Radien als r=
1000 mm verkehren können.
Die Kuppelstangen kommen mir im Vergleich zu Vorbildfotos zu kräftig
vor, leider fehlen mir die
Möglichkeiten, das anhand der Originalmaße zu überprüfen.
Wie bei der E 21 sollte diese Lokomotive bei mir die ersten Meter
auf einer richtigen Anlage fahren, davor mußte aber erst ein
Dachstromabnehmer abgezogen werden. Wegen der Stromabnahme der Lok,
jeweils ein Pol über eine Lokhälfte, verursachten beiden angelegten
Stromabnehmer einen Kurzschluß. Dazu befragt erklärte der Hersteller,
die aus Kunststoff gefertigten Glockenisolatoren für die
Stromabnehmerhalterung waren noch nicht geliefert.
Mit einem verdrießlichen Brummen setzt sich die EP 211/212 in Bewegung,
nur war ich diesmal ob der Geräusche nicht verwundert. Wie bei der E 21
reduzierte sich nach ein paar Runden (jeweils rund 20 m) die
Geräuschkulisse,
das Fahrverhalten wurde elastischer und die Lok wirkte insgesamt nicht
mehr so mürrisch. Leider fehlte die Zeit für ein ausgiebiges Fahren, so
daß noch kein abschließendes Urteil über die endgültigen Fahrgeräusche
gemacht werden können. Insgesamt ist das Fahrverhalten aber
vergleichbar mit dem einer ordentlichen Lok von Roco.
Auch bei diesem Modell ist die
Höchstgeschwindigkeit im Analogbetrieb laut Aussage des
Herstellers gewollt leicht überhöht (135 km/h bei 16V =), über den
gesamten
Regelbereich läuft die Lok ruhig und ohne Taumeln oder Schlingern. Die
Stromabnahme ist auf meiner Anlage für die meisten Fahrzeuge eine
Herausforderung, auf längeren verschmutzten Weichenstraßen ist die E 49
mit drei stromabnehmenden Rädern auf einer Seite dieser nicht
gewachsen. Sonst aber waren Aussetzer die Ausnahme.
Die Stromabnehmer sind wieder von Piko, brachten somit die gleichen
Probleme wie bei der E 21 mit meiner Fahrleitung und sind m.E. für die
EP 209/210 und 211/210 auch nicht die richtige Ausführung. Elegant
gelöst wurde die Kabelverbindung beider Lokteile, wie beim Vorbild
bilden sie eine Schleife am Übergang.
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Gut gefallen die sauber geätzten
Lüfter,
schief aufgesetzt habe ich das Gehäuse nach der Getriebeschau. Daher
der Spalt.
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Zugkraft und Leistung
Die Zugkraft konnte ich mangels Kupplung nicht testen, deshalb gibt es
ein einminütiges, 12 MB großes Video
(Video-CD-Format) nur von der solo
fahrenden Lok. Im übrigen hat das Serienmodell dann zwei Motore und
zwei
angetriebene Lokhälften, somit wären meine Aussagen ohnehin nicht auf
die Serie übertragbar.
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Ein Blick auf den Heizkesselvorbau.
Gut erkennbar die im Text erwähnten nicht rausgeätzten Niete.
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Fazit
Mir gefällt sie, die EP 211/212 von Mario Menge. Preislich (999.-)
spielt sie in der selben Liga wie die EP 211/212 von Westmodel (
941.-). Ein abschließendes Urteil ist natürlich noch nicht möglich, im
Fahrverhalten schlägt sie die Maschine von Westmodel um Längen. Nun
gilt es die überarbeitete Version abzuwarten und dann werde ich diesen
Test fortsetzen und abschließen.
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